Freistaat Sachsen baut die Bautzener Polizeischule aus

Das Fortbildungszentrum der sächsischen Polizei braucht mehr Platz. Ministerpräsident Stanislaw Tillich informierte sich am Dienstag über die Pläne.

Bautzen. Sarah Hofmann und Meike Leheis arbeiten hochkonzentriert. Während eine der beiden jungen Frauen in Polizeiuniform mit einem Pinsel über einen Fensterrahmen streicht, dokumentiert ihre Kollegin alles mit der Kamera. „Wir üben hier das Sichern von Spuren eines Einbruchs“, berichtet Sarah Hofmann. Die Spurensicherung bildet einen der wesentlichen Ausbildungsinhalte am Standort Bautzen der Sächsischen Polizeihochschule.

„Leider findet die Ausbildung unter sehr beengten räumlichen Bedingungen statt. Dies um so mehr angesichts der absehbar steigenden Studentenzahlen in den nächsten Jahren“, erklärt Rektor Harald Kogel. Wurden 2016 noch 100 Kommissarsanwärter eingestellt, so steigt diese Zahl 2017 auf 135 und 2018 sowie in den Folgejahren auf 150. Hinzu kommen jährlich 75 „Aufstiegsbeamte“ – erfahrene Polizisten im Rang eines Obermeisters, die in den gehobenen Dienst und somit in den Kommissarsrang aufsteigen wollen. Ihr erstes Studienjahr absolvieren die Anwärter in Bautzen, danach wechseln sie an den Standort Rothenburg/OL. Doch das ist nicht alles, finden doch in Bautzen auch die Fortbildungslehrgänge für bereits im Dienst befindliche Polizeibeamte statt. Alles in allem geht Harald Kogel von einer benötigten Kapazität von 150 Aus- und 125 Fortbildungsplätzen in Bautzen ab dem Studienjahr 2018/19 aus.

vorn v.l.: Landtagsabgeordneter Marko Schiemann (CDU), Rektor Harald Kogel, Ministerpräsident Stanislaw Tillich

„Wir wissen um die Notwendigkeit, die sächsische Polizei zu verstärken, und haben mit dem Doppelhaushalt 2017/18 die Weichen für die Erweiterung der Ausbildungsstätten gestellt“, so Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), der sich am Dienstag in Bautzen über die derzeitigen Ausbildungsbedingungen und die geplanten Baumaßnahmen informierte. Diese sollen laut Norbert Seibt, Niederlassungsleiter des Staatsbetriebes Immobilien- und Baumanagement (SIB) im zweiten Halbjahr 2018 beginnen. „In Bautzen verfügen wir im Gegensatz zu Rothenburg über Erweiterungsmöglichkeiten auf dem Gelände. Das ist ein großer Vorteil“, betont er. So sehen die Planungen dann auch hauptsächlich Neubauten auf der großen zentralen Freifläche – dem früheren Sportplatz – vor. Hier soll ein neues Trainingszentrum mit Sporthalle, Raumschießanlage und „Handlungsräumen“ – also Räumlichkeiten, in denen die jungen Beamten bestimmte Einsatzszenarien üben können – entstehen.

„Gerade für das Schießtraining müssen wir derzeit weite Wege zurücklegen.“

Darüber hinaus sind hier eine neue Mensa und zusätzliche Unterkünfte vorgesehen. „Gerade für das Schießtraining müssen wir derzeit weite Wege zurücklegen. So nutzen wir unter anderem Anlagen in Kamenz, Dresden und Pirna, für das Schießtraining mit Langwaffen müssen wir sogar bis nach Heyda bei Riesa fahren“, berichtet Standortleiter Manfred Weißbach. Der Sportunterricht findet hauptsächlich in angemieteten Hallen in der Stadt statt, auf dem Gelände selbst gibt es lediglich eine kleine Judohalle. Für den neuen „Campus“ sind im Doppelhaushalt des Freistaates Sachsen 2017/18 insgesamt 4,1 Millionen Euro veranschlagt.

v.l.n.r.: MP Tillich, Wachpolizist David Mieth, Schießtrainer Andreas Kintzel

Dieser bildet allerdings nur den ersten von zwei Bauabschnitten. Im zweiten Schritt soll das markante Eingangsgebäude saniert und als Fortbildungsstätte für die Polizeidirektion Görlitz sowie als Domizil für die Autobahnpolizei und die Kriminalaußenstelle hergerichtet werden. Bis 2022 soll laut Norbert Seibt die Gesamtmaßnahme abgeschlossen sein. „Wir wären froh, wenn es schneller gehen würde. Aufgrund des Umfangs muss die Maßnahme aber europaweit ausgeschrieben werden“, erläutert Ministerpräsident Tillich.

 

erschienen am 4. Mai 2017 in der Lausitzer Rundschau

Frau Reppe schlägt Grün zu Blau

Der Pulsnitzer Blaudruck gehört jetzt zum immateriellen Kulturerbe. Die deutsche Sprache verdankt diesem Handwerk viele noch heute gebräuchliche Redewendungen.

Pulsnitz. „Wir lassen lieber die Tür ein wenig offen. Der Geruch kann anstrengend sein. Ich selber habe mich schon daran gewöhnt.“ Cordula Reppe ist um das Wohlergehen ihrer Besucher bemüht. Tatsächlich verströmt der Bottich (oder fachsprachlich Küpe), in den die Leiterin der Pulsnitzer Blaudruckwerkstatt die Stoffbahnen eintaucht, einen recht intensiven Duft. Hier soll das Leinen seine intensive blaue Färbung erhalten, welcher der Blaudruck seinen Namen verdankt – doch heraus kommen die Tücher in einem Farbton, der eher an einen sumpfigen Wiesentümpel erinnert.

„Schnell geht hier gar nichts. Blaudruck erfordert Geduld“, sagt Cordula Reppe und versenkt die Bahnen erneut. Erst nach Dutzenden dieser „Tauchgänge“, unterbrochen durch Trocknungsphasen an der Luft, nimmt der Stoff nach und nach die begehrte tiefblaue Färbung an. Hin und wieder schlägt die Blaudruckerin mit einem Stock auf die Bahn, um Falten auszutreiben, denn nur so erreicht sie eine gleichmäßige Färbung.

„Von dieser Tätigkeit leitet sich der alte Spruch her: ‚Ich schlage dich grün und blau. Ursprünglich hieß es nämlich: Ich schlage grün zu blau.“

Schon bevor Cordula Reppe den Stoff in die Küpe tauchen konnte, hatte sie eine Menge Mühe damit. So musste sie erst in akribischer Arbeit mit dem Model – einer stempelähnlichen Form – den Papp auftragen, eine aus Kaolin hergestellte Substanz, welche die Stellen für die späteren weißen Muster auf dem blauen Untergrund freihält. Der Papp muss ganz speziellen Anforderungen genügen: So darf er nicht verlaufen und sich auch nicht im Indigobad auflösen. Erst in der anschließenden Reinigungsprozedur, zu der unter anderem Schwefelsäure gehört, darf er sich verflüchtigen – dann aber auch bitteschön vollständig.

Ein solch kompliziertes und gleichzeitig effektvolles Handwerk hat mehr Aufmerksamkeit verdient, als ihm in der Vergangenheit zuteil wurde. Das sagten sich auch die österreichischen Blaudrucker und beantragten die Aufnahme ins nationale immaterielle Kulturerbe ihres Landes. 2015 wurde diesem Ansinnen stattgegeben. Was die Österreicher können, können wir auch, meinten die Kollegen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Deutschland. Und: Mittlerweile haben sie es alle geschafft, in die entsprechenden Listen ihrer Heimatländer aufgenommen zu werden. Für den deutschen Hand-Blaudruck und damit auch für die Pulsnitzer Werkstatt war es im Dezember 2016 soweit.

„Das ist aber erst der Anfang“, betont Cordula Reppe. „Gemeinsam wollen wir auch auf die internationale Unseco-Liste des immateriellen Kulturerbes.“ Die entsprechende Nominierung soll noch in diesem Jahr erfolgen. Der nächste und letzte Schritt wäre dann das Weltkulturerbe – doch das ist für Cordula Reppe noch ferne Zukunftsmusik.

„Gemeinsam wollen wir auch auf die internationale Unseco-Liste des immateriellen Kulturerbes.“

Neben der Anerkennung und der Werbung auf einer gemeinsamen Internetseite hat der Kulturerbestatus noch einen weiteren Nutzen: „Mit diesem Titel wird der Blaudrucker als Berufsstand und Ausbildungsberuf anerkannt und kann weiter am Leben erhalten bleiben“, wie Evelin Rietschel von der Stadtverwaltung Pulsnitz erklärt. Ohne diesen Rückenwind droht das alte Handwerk auszusterben, obwohl es reichlich Interesse an den Erzeugnissen gibt. Und noch etwas macht Hoffnung: „Katja Fietz, eine Studentin der Fachhochschule Dresden, hat den Blaudruck zum Thema ihrer Bachelorarbeit gemacht und eine eigene Kollektion erstellt. Sie will unser Handwerk in die Moderne führen“, freut sich Cordula Reppe.

Es wäre auch zu schade um dieses schöne Handwerk, das die deutsche Sprache um so viele Redewendungen bereichert hat. Beispielsweise um den „blauen Montag“: „Das frühere Färbemittel Waid benötigte Urin, um seine Wirkung zu entfalten. Die Zugabe erfolgte meistens am Montag, nachdem der Blaudrucker am Sonntag in der Wirtschaft ordentlich gebechert hatte. Danach war er so müde, dass er den Rest des Montags frei nahm“, erzählt Cordula Reppe. Wenn er da mal nicht sein „blaues Wunder“ erlebt hat …

 

erschienen am:

11. April 2017 in der Lausitzer Rundschau

22. April 2017 im Oberlausitzer Kurier

Osterreiten, Eierschieben und noch viel mehr

Bautzen will Touristen zur Osterzeit mehr bieten als bisher. Viele Akteure beteiligen sich daran. Doch es gibt auch Sand im Getriebe.

Bautzen. Ostern in Bautzen – läuft. „Auch in diesem Jahr sind die Hotels und Pensionen wieder komplett ausgebucht“, freut sich Dietmar Stange. Also lehnen sich der Vorsitzende des Bautzener Tourismusvereins und seine Mitstreiter entspannt zurück und reiben sich die Hände?

Keineswegs. Denn: „Wir haben keinen Grund, uns auf dem Erreichten auszuruhen, sondern müssen uns weiterentwickeln.“ Und deshalb hat der Tourismusverein zusammen mit zahlreichen Partnern ein buntes Programm „gestrickt“, das den Besuchern möglichst viele Facetten der heimlichen „Osterhauptstadt“ Deutschlands nahebringen soll. „Natürlich stehen weiterhin die österlichen Traditionen – also vor allem das Osterreiten – im Vordergrund“, wie Dietmar Stange versichert. Dieses werde man auch nicht „eventisieren.“ „Doch der Aus- und Einritt der Osterreiter dauert insgesamt etwa eine Stunde. Für das Eierschieben auf dem Protschenberg kommen noch mal ein bis zwei Stunden dazu. Dazwischen und auch am Tag davor gibt es viel freie Zeit, für die wir unseren Gästen Angebote unterbreiten wollen.“

Foto: Archiv

Und so reihen sich am Ostersonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr die „Osterpforten“ wie Perlen an einer Kette aneinander. Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten wie der Alten Wasserkunst, dem (frisch restaurierten) Reichenturm, dem Stadt- und dem Sorbischen Museum sowie dem Dom St. Petri befinden sich auch mehrere Geheimtipps darunter. Dazu zählen der Schülerturm, das Gersdorffsche Palais, die Rolling-Stones-Ausstellung und das Schuhmachermuseum. Am besten verbinden lassen sie sich durch einen klassischen Osterspaziergang frei nach Goethe, vorbei an den vielfarbig blühenden Talhängen der Spree und durch die festlich geschmückte Altstadt. Eine Scharnierfunktion zwischen dem Protschenberg als Schauplatz des Eierschiebens und der Innenstadt kommt der im Stadtteil Seidau an der Spree gelegenen Hammermühle zu, die nach liebevoller Restaurierung seit einigen Jahren wieder von Leben erfüllt ist und mit einem österlichen Markt für regionale Produkte aufwartet. Bereits am Ostersamstag gibt es einen österlichen Frühlingsmarkt auf dem Hauptmarkt rings um den festlich geschmückten Osterbrunnen (ein zweiter befindet sich auf dem Fleischmarkt). Geschäfte und Gaststätten laden zum Einkauf und zur Einkehr, und auf dem Kornmarkt gibt es einen „Verweiltreff“ mit vielen Mitmachangeboten.

 

 

 

„Kornmarkt“ – war da nicht was? Dietmar Stange und seine Mitstreiter haben sehr wohl auch das Image der Stadt Bautzen im Blick, welches nach den Vorkommnissen im letzten Jahr auf eben jenem zentralen Platz enormen Schaden genommen hatte. „Wir bespielen diesen Platz ganz bewusst, damit er nicht für andere Zwecke missbraucht werden kann“, betont der Vereinsvorsitzende. Dem Tourismus selbst haben die Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und „besorgten Bürgern“, die Bautzen weltweit in die Schlagzeilen brachten, offenbar nicht nachhaltig geschadet: „Es gab Prognosen für einen spürbaren Abbruch der Besucherzahlen, die nicht eingetreten sind. Allerdings verspüren wir auch keine Entwicklung nach vorn“, resümiert Dietmar Stange.

„In Bautzen dagegen gibt es eher ein Neben- als ein Miteinander der Akteure.“

Anders als in Görlitz, das von Rekord zu Rekord eilt. Woran fehlt es dafür in Bautzen? „Die Akteure hier leisten jeder für sich eine gute Arbeit, aber sie ziehen zu wenig am selben Strang“, beantwortet der Vorsitzende diese oft gestellte Frage. In Görlitz sei das Tourismusmarketing, das Stadtmarketing überhaupt, „aus einem Guß“, was der Bündelungsfunktion der Europastadt GmbH zu verdanken sei. „In Bautzen dagegen gibt es eher ein Neben- als ein Miteinander der Akteure.“ Ein Zustand, den Dietmar Stange gern ändern möchte – die nächsten Jahre werden zeigen, mit welchem Erfolg. Damit nicht nur Ostern in Bautzen läuft.

Kommentar:

Miteinander statt Nebeneinander

Was hat Görlitz, das Bautzen nicht hat? Diese Frage wurde im Hinblick auf die höchst unterschiedliche Entwicklung des Tourismus in beiden Städten schon oft gestellt. Den Ansatz für eine Erklärung bietet vielleicht folgende Episode: Am Dienstag vergangener Woche verschickte der Tourismusverein eine Einladung zum Pressegespräch über das diesjährige Osterfest. Einen Tag später kam aus der Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft eine ebensolche zur Eröffnung des neuen Empfangsgebäudes im Saurierpark Kleinwelka. Justament für den gleichen Termin. Der Adressat rieb sich im ersten Moment erstaunt die Augen und überlegte im zweiten Moment: Worüber wundern wir uns eigentlich, wenn es die städtische Gesellschaft noch nicht einmal fertigbringt, ihre Pressetermine mit denen ihrer Partner abzustimmen? Miteinander statt Nebeneinander – offenbar ist auf diesem Weg noch viel Arbeit nötig.

(erschienen in der Lausitzer Rundschau am 10. April 2017)

„Wie gut es uns doch in Deutschland geht“

Sandro Strack kehrte schwer traumatisiert
aus Afghanistan zurück und kämpfte sich
mühsam zurück ins Leben.
Foto: privat

 

Afghanistan – mit diesem Namen verbindet sich für die meisten Deutschen die Vorstellung eines immer währenden Schreckens, der sich zum Glück weit weg von der eigenen Haustür abspielt. Für einige wenige wird dieser Schrecken jedoch Realität.

So zum Beispiel für Sandro Strack. Der gebürtige Bautzener gehört zu den Bundeswehrsoldaten, die mehrmals am Auslandseinsatz in dem Land am Hindukusch teilgenommen haben. Wie so viele von ihnen kehrte auch er traumatisiert nach Deutschland zurück. Mit Unterstützung der Journalistin Andrea Micus, die ihn und seine Familie schon zuvor mehrere Jahre lang begleitete, hat Sandro ein Buch geschrieben. Darin schildert er, wie die schrecklichen Erlebnisse in Afghanistan sein Leben fast zerstört hätten und wie er sich mühsam „den Weg zurück ins Glück“ – so der Klappentext – erkämpfen musste. Der „Oberlausitzer Kurier“ hat mit Sando Strack darüber gesprochen.

Hallo Herr Strack, wie geht es Ihnen?
Sandro Strack: Mir geht es super. Seit der Veröffentlichung des Buches hat sich in meinem Leben noch einiges geändert. Ich habe mich beruflich weiter entwickelt und bin jetzt im Außendienst im Gastronomiebereich tätig. Die Beziehung, über die ich am Ende des Buches geschrieben habe, gibt es nicht mehr. Ich lebe jetzt in einer eigenen Wohnung, man kann sagen, ich bin – beruflich wie privat – neu gestartet.

Haben Sie das Trauma des Afghanistan-Einsatzes vollständig überwunden, oder befinden Sie sich deswegen noch in ärztlicher Behandlung?
Sandro Strack: Ich habe die Therapie meiner posttraumatischen Belastungsstörung abgeschlossen. Am Ende ging es da noch um Eifersucht und Verlustängste, aber das hatte nichts mehr mit Afghanistan zu tun, zumindest glaube ich das. Natürlich reagiere ich immer noch stärker als die meisten anderen Menschen, wenn es irgendwo knallt, und schaue auch bei den Nachrichten genauer hin.

Von den vielen Bundeswehrsoldaten, die in Afghanistan im Einsatz waren oder sind, schreiben nur die wenigsten ein Buch. Wie kam es bei Ihnen dazu?
Sandro Strack: Die ursprüngliche Idee kam von der Journalistin Andrea Micus, die auch Ko-Autorin ist. Sie hat meine Familie und mich schon länger begleitet und hin und wieder über mich bzw. uns in verschiedenen Zeitschriften geschrieben. Andrea hat mitbekommen, dass es mir nicht gut ging, und mir vorgeschlagen, gemeinsam ein Buch zu schreiben. Das war für mich eine Paralleltherapie und hat mir bei der Überwindung des Traumas geholfen.

Aus heutiger Sicht: Hätten Sie lieber auf die Erfahrung Afghanistan verzichtet, oder sagen Sie: Trotz allem war es gut so?
Sandro Strack: Ich blicke auf meine gesamte Bundeswehrzeit mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Es sollte wohl so sein und war gut so, heute kann ich auch wieder über vieles lachen.

Hat Sie der Einsatz – von der Krankheit abgesehen – als Mensch verändert?
Sandro Strack: Das können andere sicher besser beurteilen, aber klar habe ich mich verändert. Ich lebe heute zurückgezogener als früher. Damals war ich sorglos und unbekümmert, das ist heute nicht mehr so. Ich bin in vielen Dingen vorsichtiger geworden und denke öfter über das nach, was ich sehe und erlebe. Beispielsweise darüber, wie gut es uns hier in Deutschland geht. Das fällt mir zum Beispiel auf, wenn ich im Supermarkt Kinder an der Kasse quengeln sehe, weil sie irgendetwas haben wollen. In Afghanistan müssen die Kinder ums Überleben kämpfen. Auch zu betteln braucht bei uns eigentlich niemand.

Von einem anderen Afghanistan-Rückkehrer habe ich den Satz gehört: Die Gesellschaft in Deutschland kommt mit uns nicht klar und weiß nicht, wie sie mit uns umgehen soll. Stimmen Sie dem zu?
Sandro Strack: Das kann ich hundertprozentig bestätigen. Die deutsche Gesellschaft weiß überhaupt nicht Bescheid und wird für dumm verkauft. Karl Theodor zu Guttenberg (Verteidigungsminister von Oktober 2009 bis März 2011, Anm. d. Red.) war der erste Politiker, der offen und ehrlich gesagt hat, was in Afghanistan passiert. Ich habe mich sehr gefreut, als ich gehört habe, dass er in die Politik zurückkehren will. In den USA werden die Afghanistan-Heimkehrer als Helden gefeiert. In Deutschland wird man ausgelacht und bekommt als erstes den Satz zu hören: „Du hast doch einen Haufen Geld verdient.“ Die Leute haben wirklich überhaupt keine Ahnung.

Foto: privat

 

Haben Sie sich im Umgang mit ihrer Krankheit von der Gesellschaft im Stich gelassen gefühlt? Wer hat Ihnen im Gegenzug Kraft gegeben?
Sandro Strack: Im Stich gelassen gefühlt habe ich mich von der Bundeswehr, die mir die Unterstützung mit der Begründung verweigerte, ich sei kein Angehöriger mehr. Aber die Symptome traten eben erst so massiv auf, als ich den Dienst schon quittiert hatte. Mit dem Amtsantritt von Frau von der Leyen als Verteidigungsministerin hat sich immerhin in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf einiges getan, für mich kam das aber leider zu spät. Ich musste mich selber kümmern. Sehr haben mich meine damalige Freundin Susi und meine Eltern unterstützt, die immer für mich da waren. Auch Freunde, bei denen ich übernachten durfte wenn es mir nicht gut ging und meine Jungs (seine Söhne, die bei der Mutter Susi leben, Anm. d. Red.) gaben und geben mir Kraft.

Verfolgen Sie noch die Nachrichten aus Afghanistan, und wird das Geschehen dort realistisch wiedergegeben?
Sandro Strack: Ich sehe es mir an und habe auch registriert, dass Kundus (das frühere deutsche Hauptquartier, Anm. d. Red.) teilweise wieder von den Taliban erobert wurde. Doch großartig darüber nachdenken will ich nicht, denn ich sehe die Gefahr, dass ich dann daran „hängen bleibe.“ Meine persönliche Meinung ist, dass dort nie Ruhe reinkommen wird. Wir versuchen es schon seit 20 Jahren, und gebracht hat es nichts.

Einer Ihrer Gründe zur Bundeswehr zu gehen war es – so schreiben Sie – dass Sie die Welt sehen wollten. Haben Sie sich diesen Wunsch bewahrt?
Sandro Strack: Ich wollte als Koch um die Welt reisen, also in dem Beruf, den ich in meiner Heimatstadt Bautzen erlernt habe. Die Bundeswehr erschien mir als attraktiver Arbeitgeber – ein toller Job, mit dem man gutes Geld verdient. In meiner gegenwärtigen Lebenssituation ist das Reisen eher schwierig. Wenn ich verreise, dann nach Bautzen, an die Ostsee oder in die Berge. Ich will mir mit meinen Jungs Deutschland angucken.

Wie eng sind noch Ihre Kontakte nach Bautzen?
Sandro Strack: Meine Familie lebt in Bautzen, deshalb sind die Kontakte natürlich sehr eng. Ich fahre einmal im Vierteljahr nach Bautzen. Die Jungs sollen Kontakt zu Oma und Opa haben. Gerade sie – also meine Eltern – haben mich in der schweren Zeit ganz toll unterstützt, dafür möchte ich auch noch einmal danke sagen.
(das Gespräch führte Uwe Menschner)
Das Buch „Ich hatte ein Leben“ von Sandro Strack und Andrea Micus ist beim riva Verlag München erschienen. Die ISBN lautet 978-3-86883-977-7.

(erschienen im Oberlausitzer Kurier, 18. März 2017)

Freistaat zahlt noch einmal für die Rettungsleitstelle

Die Landkreise Bautzen und Görlitz erhalten eine Nachförderung in Höhe von 350 000 Euro. Die ursprüngliche Forderung war wesentlich höher.

Region. Der Streit zwischen den Landkreisen Bautzen und Görlitz einerseits sowie dem Freistaat Sachsen andererseits um die Mehrkosten bei der Errichtung der Integrierten Rettungsleitstelle (IRLS) in Hoyerswerda ist beigelegt. Wie alle drei Seiten auf Nachfrage bestätigen, hat der Freistaat einen weiteren Förderbescheid zugunsten der Landkreise erlassen, der einen Teil der Forderungen begleicht. „Weitere Schritte wird es nicht geben“, erklärt Pressesprecherin Marina Michel kurz und bündig für den Landkreis Görlitz.

Etwas ausführlicher äußert sich ihr Kollege Gernot Schweitzer aus dem Landratsamt Bautzen: „Die Landkreise Görlitz und Bautzen haben sich bereits im Februar außergerichtlich mit dem Freistaat Sachsen geeinigt. Grundlage dafür bildete der im letzten Jahr gestellte Fördermittelantrag, für
den auch ein Zuwendungsbescheid vorliegt. Parallel dazu wurde eine dreiseitige Vereinbarung zwischen dem Sächsischen Staatsministerium des Innern (SMI) und den Landkreisen zum Abschluss des Verwaltungsvorganges geschlossen. Über die Höhe der Nachförderung wurde Stillschweigen vereinbart. Gegebenenfalls gibt dazu das SMI Auskunft.“ Und tatsächlich: Dessen Pressesprecherin Pia Leson teilt mit, dass „gemäß Zuwendungsbescheid der Landesdirektion Sachsen die Landkreise Bautzen und Görlitz gemeinsam zusätzliche Zuwendungen in Höhe von 349 487,81 Euro erhalten“ haben.

„Über die Höhe der Nachforderung wurde Stillschweigen vereinbart.“

So weit, so gut. Allerdings ist diese Summe weit von dem entfernt, was die Landkreise ursprünglich gefordert hatten und wofür der Kreis Görlitz sogar bereit gewesen war, vor Gericht zu ziehen. Genau dies nämlich hatte der Görlitzer Kreistag im Mai 2016 beschlossen. Auf 783 000 Euro war damals der Schaden beziffert worden, der – allein dem Landkreis Görlitz – durch Versäumnisse des Freistaates Sachsen hinsichtlich der IRLS entstanden seien. Die speziell dem federführenden Innenministerium zugeschriebene Mängelliste war lang: „Der Freistaat hat die von ihm selbst geforderten technischen Voraussetzungen weder planerisch geschaffen noch später termingerecht zur Verfügung gestellt“, hieß es damals in der von Landrat Bernd Lange (CDU) unterschriebenen nichtöffentlichen Beschlussvorlage.

Und weiter: „Eine umfassende, vollständige Planung oder ein ausreichendes und abschließendes Konzept hatte der Freistaat für dieses Leitstellennetzwerk und die angebundenen Systeme zu keiner Zeit.“ Vielmehr seien die neuen Leitstellen in Dresden und Hoyerswerda als „Pilotprojekte“ betrachtet worden, „aus deren Errichtungsprozess der Freistaat erst das für ihn notwendige Erfahrungswissen gewinnen musste.“ Und dabei ging einiges schief: „Der Freistaat hat mehrfach seine Leistungen beziehungsweise die Leistungen der beauftragten Firmen für das Einsatzleitsystem nicht termingerecht bereitgestellt. Alle Technik, die der Freistaat zunächst termingerecht angeboten hatte, war nicht funktionsfähig und notwendige technische Elemente haben gefehlt. Die Software war nicht einsatzfähig“, so das vernichtende Urteil des Görlitzer Landrates. Der Landkreis Bautzen hatte es abgelehnt, sich der Görlitzer Klage anzuschließen, sondern auf eine gütliche Einigung in Form einer Nachförderung gesetzt. Dazu ist es jetzt tatsächlich gekommen, allerdings bei weitem nicht in der veranschlagten Höhe: Bautzen hatte ursprünglich 620 000 Euro verlangt. Zusammen mit der Görlitzer Forderung hätte dies circa 1,4 Millionen Euro ergeben – das Vierfache dessen, was jetzt tatsächlich ausbezahlt wurde.

Kommentar:

Unbefriedigendes Ende

Die Landkreise Görlitz und Bautzen sowie der Freistaat Sachsen haben einen Schlussstrich unter den Streit um die Mehrkosten für die Rettungsleitstelle Hoyerswerda gezogen. Unter anderen Umständen könnte man sich darüber freuen, doch hier bleibt ein bitterer Beigeschmack. Dies beginnt schon bei der unsäglichen Geheimniskrämerei, welche die Auseinandersetzung begleitete. Dass sich die Landkreise Bautzen und Görlitz mit einem Viertel der ursprünglich geforderten Summe zufriedengeben, hätte zumindest eine kurze Erläuterung verdient. Doch nichts dergleichen. Stattdessen beruft man sich auf eine „Stillschweige-Vereinbarung“ – in Angelegenheiten, in denen es um vom Steuerzahler bereitgestellte Mittel geht, ein Unding. Es besteht der Verdacht, dass die Landkreise vor einem übermächtigen Gegner eingeknickt sind, mit dem sie es sich letztendlich doch nicht verscherzen wollten, und sich lieber mit einem Almosen zufriedengeben. Ein höchst unbefriedigendes Ende.

(erschienen am 24. März 2017 in der Lausitzer Rundschau)

Alle Daimler-Batterien kommen künftig von Accumotive

Konzern bekennt sich zur Batterieproduktion
in Kamenz und erteilt Stuttgarter
Begehrlichkeiten eine Absage.

Kamenz. Die Daimler AG hat nicht vor, Teile der Batterieproduktion für ihre E-Fahrzeuge von Kamenz nach Stuttgart-Untertürkheim zu verlagern, wie es der dortige Betriebsrat gefordert hatte (wir berichteten). „Die Pläne für den Standort Kamenz werden genauso wie verkündet umgesetzt, es gibt daran keinerlei Abstriche“, versichert eine Konzernsprecherin auf Anfrage. Untertürkheim solle auf andere Weise in die Elektromobilität eingebunden werden, beispielsweise durch ein Technikum und durch die Fertigung von einzelnen Komponenten für den Antriebsstrang. „Mit Kamenz hat das überhaupt nichts zu tun“, so die Sprecherin.

Foto: Daimler AG

Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber hatte im Oktober 2016 Investitionen von 500 Millionen Euro in das Kamenzer Werk der Tochtergesellschaft Deutsche Accumotive angekündigt. Hier entsteht zurzeit eine zweite Fertigungsstätte für Fahrzeugbatterien. Ab 2017 sollen sämtliche Batteriesysteme für die Konzernmarken Mercedes-Benz und Smart von der Deutschen Accumotive kommen. Legt man das von Thomas Weber genannte Ziel, den Anteil der Elektrofahrzeuge bis 2025 auf 25 Prozent zu erhöhen, zugrunde, würden dann jährlich circa 750 000 Batterien benötigt. Zum Vergleich: Seit Beginn der Serienfertigung im Jahre 2012 hat die Deutsche Accumotive nach Konzernangaben insgesamt 75.000 Lithium-Ionen-Batterien ausgeliefert.

Unterdessen hat die Daimler AG eine weitere Elektro-Offensive für ihre Marke Smart angekündigt. „Neben den Zweisitzern gibt es ab sofort auch den Viersitzer der Daimler-Marke Smart mit elektrischem Antrieb. Damit ist Smart künftig der einzige Autohersteller, der seine komplette Modellpalette sowohl mit Verbrennungsmotoren als auch batterieelektrisch anbietet“, wie Markenchefin Annette Winkler erklärt. Die vierte elektrische Generation des Smart, so versichert sie, werde noch komfortabler als ihre Vorgänger. So verfüge sie über einen serienmäßigen „On Board-Lader“, der die Ladezeit halbiert. Ab dem Herbst soll dann sogar ein Schnelllader verfügbar sein, der die Batterie in 45 Minuten zu 80 Prozent auflädt. Diese ermöglicht dem Stadtflitzer eine Reichweite von 160 Kilometern. Beide Kriterien – Ladezeit und Reichweite – gelten bislang als größtes Hemmnis für die Konkurrenzfähigkeit von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen.

Die in Kamenz hergestellten Batterien spielen im Marketing des Weltkonzerns Daimler-Benz für seine Stadtauto-Marke eine gewichtige Rolle. In der entsprechenden Presseerklärung heißt es unter anderem: „Durch die Deutsche Accumotive verfügt Daimler über fundiertes Know-how bei der Entwicklung und Produktion hochkomplexer Antriebsbatterien. Es gehört zur Philosophie der Daimler AG, sich direkten Zugriff auf Schlüsselkomponenten für die Elektromobilität zu sichern.“

Bautzens höchster Turm wird bald fallen

Heizkraftwerk im Stadtteil Teichnitz bis Ende 2017 noch in „kalter Reserve“/2018 beginnt der Rückbau

Bautzen. Reichenturm, Lauenturm, Alte Wasserkunst – Bautzen wird oft als Stadt der Türme bezeichnet. Der erste „Turm“, den die meisten Besucher der Stadt jedoch sehen, hat eine Höhe von 110 Metern und gilt nicht als touristische Sehenswürdigkeit. Und in absehbarer Zeit wird er verschwinden.

Als im August 1981 der erste Dampfkessel in Betrieb genommen wurde, ahnte wohl niemand, dass dem für die damalige Zeit beispielgebenden Heizwerk im Bautzener Ortsteil Teichnitz nur eine Lebenszeit von 36 Jahren beschieden sein würde. Im Laufe dieser Jahrzehnte prägte sich das Bild des mehr als 100 Meter hohen Schornsteins, der die Anlage und das benachbarte Betonfertigteilwerk überragt, sowohl Bautzenern als auch Besuchern der Stadt als unverwechselbare Landmarke ein.

Doch die Zeiten ändern sich. Die Verfeuerung von Kohlestaub zur Wärmeerzeugung, wie sie in Teichnitz praktiziert wird, gilt nicht mehr als Stand der Technik. Deshalb entschlossen sich die Energie- und Wasserwerke Bautzen (EWB) im Jahre 2012, die Fernwärmeversorgung selbst in die Hand zu nehmen und ein eigenes Blockheizkraftwerk auf der Basis von Gas zu errichten. Dieses ging unlängst in Betrieb. Damit einher geht aus Sicht der EWB „die komplette Unabhängigkeit von dem durch die Energieversorgung Sachsen Ost GmbH (Enso) betriebenen Heizwerk Teichnitz“, wie Sprecherin Kerstin Juras bereits 2013, kurz nach Bekanntwerden der Pläne, erklärte. Mit anderen Worten: Das Heizwerk, dessen bei weitem wichtigster Abnehmer die EWB waren, wird nicht mehr benötigt.

„Das Heizkraftwerk Bautzen-Teichnitz ist außer Betrieb gegangen, aber grundsätzlich wieder anfahrbar“, bestätigt auch Birgit Freund von der Pressestelle der Enso. Bis Ende 2017 verbleibt das Werk gemäß dem noch geltenden Liefervertrag demnach in so genannter „kalter Reserve“ für die EWB. So soll es beispielsweise bis zum 10. Februar noch einmal in Betrieb gehen und Wärme an das Bautzener Fernwärmenetz, das circa 6500 Wohnungen versorgt, liefern. Von den ehemals 16 Mitarbeitern sind laut Birgit Freund noch vier in Teichnitz tätig: „Sie kümmern sich um die Anlagen- und Standortsicherung, um die Betriebsführung benachbarter Enso-Anlagen sowie um die Vorbereitung und Begleitung der Rückbaumaßnahmen.“

„Eine Sprengung wird es wahrscheinlich nicht geben“

Und diese sollen im Jahre 2018, nachdem der Liefervertrag mit der EWB endgültig ausgelaufen ist, beginnen. Birgit Freund erläutert: „Der Rückbau beginnt mit den kraftwerksspezifischen Anlagen und Gebäuden, unter anderem Dampferzeuger und Kesselhaus. Der detaillierte Ablauf- und Zeitplan, der sich am Abbruch- und Entsorgungskonzept orientiert, wird gegenwärtig erarbeitet. Einige Gebäude sollen jedoch am Standort verbleiben und weiterhin genutzt werden – so die bisherigen Funktionsgebäude mit Sozial- und Büroräumen, Werkstätten, Garagen und Hallen. Diese sollen auch Dritten zur Nachnutzung angeboten werden.“ Wann der „höchste Turm von Bautzen“ mit dem Rückbau an der Reihe ist und mit welcher Technologie das erfolgt, steht noch nicht fest: „Eine Sprengung wird es aber wahrscheinlich nicht geben, sondern einen maschinellen Rückbau. Dadurch können anfallende Reststoffe, Abfälle und Bauschutt besser separiert werden.“ Von den 16 Enso-Mitarbeitern am Standort ist keiner arbeitslos geworden: „Vier arbeiten wie schon gesagt noch in Teichnitz, die anderen haben Stellen in anderen Unternehmensbereichen, bei der Dresdner Drewag und bei der EWB angetreten“, so Birgit Freund.

(erschienen: 6.2.2017 Lausitzer Rundschau, 11.2. Oberlausitzer Kurier)

Drehunterstützung für CCTV-News zum Thema „Integration in Deutschland“

Vom 15. bis 17. Dezember 2017 war das Redaktionsbüro Uwe Menschner mit einem Team des englischsprachigen chinesischen Nachrichtensenders CCTV-News in Bautzen unterwegs. Korrespondent Guy Henderson und der freiberufliche Kameramann/Produzent Hans Schauerte wollten der Frage auf den Grund gehen:

„Why is integration in Germany such a challenge? Warum ist Integration in Deutschland eine solche Herausforderung?“

Dass sie dafür ausgerechnet nach Bautzen kamen, war kein Zufall. Die Bilder vom brennenden Husarenhof und von den Krawallen auf dem Kornmarkt liefen auch bei CCTV.news über den Schirm. Und doch ging es ihnen um mehr als nur um schnelle, effekthascherische Shots. Dies belegt schon die Tatsache, dass sie meine Dienste als „Local Guide“, oder wie sie es nannten, als „Fixer“ in Anspruch nahmen.

Die Vorbereitung

Alles begann am 8. Dezember mit einem Anruf. Es meldete sich ein Herr Wolfgang Karg, Inhaber eines Pressebüros in Berlin. Er suche jemanden, der in der Lage sei, ein Team eines chinesischen Fernsehsenders drei Tage lang in Bautzen zu begleiten. Es gehe – wenig überraschend – um die Flüchtlings- und Integrationsproblematik. Man suche Gesprächspartner, die dazu etwas zu sagen hätten. Näheres würde wenig später in einer Mail folgen.

Diese kam einen Tag später, enthielt aber überraschend wenige Vorgaben: Es sollte ein „Gesprächspartner von AFD oder Pegida in Bautzen“ gefunden und eine Flüchtlingsfamilie porträtiert werden. Nun, ersteres musste ich eher großzügig auslegen, denn Organisationsstrukturen von Pegida existieren in Bautzen nicht, und der AFD-Kreisverband Bautzen reagierte nicht auf meine Mail-Anfrage. Wenige Tage zuvor hatte die Publikation „Denkste!“ der Gruppierung „Wir sind Deutschland“ im Briefkasten gesteckt, sodass ich meine Bemühungen in diese Richtung konzentrierte. Mein erster Ansprechpartner war Herr Veit Gähler, der als Herausgeber im Impressum dieser Publikation fungierte.  Er verwies mich weiter an Herrn Jörg Drews, einen bekannten Unternehmer und Geschäftsführer einer der größten Firmen in Bautzen und Umgebung.

Einen Tag später kam es zu einem Telefonat zwischen Herrn Drews und mir, in dem er mir zahlreiche Fragen zum „Was?“ und „Warum“ meines Anliegens stellte und sich am Ende noch etwas Bedenkzeit erbat. Am nächsten Tag dann folgte die erlösende Zusage.

Die Suche nach einer geeigneten Flüchtlingsfamilie erwies sich ebenfalls als schwierig. Hier führte der Weg über das Bündnis „Bautzen bleibt bunt“, das sich unter anderem der Flüchtlingsarbeit verschrieben hat. Es meldeten sich die Herren Matthias Mundra und Eckehard Riechmann sowie Frau Annemarie Russew. Allerdings stellte es sich heraus, dass die meisten Flüchtlinge eher ungern vor einer Fernsehkamera stehen möchten, möglicherweise aufgrund von schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit.

Die meisten Flüchtlinge stehen ungern vor einer Fernsehkamera.

Ein Tipp von Herrn Riechmann erwies sich jedoch als Erfolg versprechend: Herr Ahmad Afa, der mit Frau und vier Kindern in einer Wohnung in Bautzen lebt, warte auf meinen Anruf. Da mir bewusst war, dass das Anliegen telefonisch nur schwer zu vermitteln sein würde, vereinbarte ich mit ihm einen personlichen Gesprächstermin, der dann am Dienstagabend stattfand und einen sehr positiven Verlauf nahm. So konnte ich frohen Mutes der Ankunft von Mr. Henderson und Herrn Schauerte harren.

Der erste Tag: Donnerstag, 15. Dezember

Meine erste Begegnung mit den beiden Fernsehleuten findet etwas früher statt als geplant – auf dem Weg zum vereinbarten Treffpunkt im „Best Western“ – Hotel auf dem Wenzelsmarkt, wo sie schon ein paar Startsequenzen drehten. Gemeinsam gehen wir ins Hotel, um uns bekanntzumachen und den Ablauf der Dreharbeiten zu skizzieren. Dabei wird mir schnell klar, dass noch eine ganze Menge mehr auf mich zukommt, als anhand der Mail von Herrn Karg zu ersehen war.

„Feldarbeit“ in Gesundbrunnen

Doch zunächst will Guy Henderson mit „den Bautzenern“ selbst ins Gespräch kommen, am Besten in einem Stadtteil, der als sozialer Brennpunkt gilt. Also machen wir uns auf nach Gesundbrunnen und postieren uns mit der Kamera in der Nähe des Kaufland-Einkaufszentrums. Guy und Hans – wir sind schnell per Du – können eine gewisse Anspannung nicht verbergen; womöglich rechnen sie mit vereinzelten aggressiven Reaktionen. Darauf deuten auch Fragen, die sie an mich richten, hin.

Guy und Hans können eine gewisse Anspannung nicht verbergen, womöglich rechnen sie mit aggressiven Reaktionen. Doch diese Bedenken sind unnötig.

Doch diese Bedenken sind unnötig. Die Leute, die wir ansprechen – aufgrund der sprachlichen Gegebenheiten wurde das zu meinem Job erklärt, was ein bisschen überraschend kam – erweisen sich als freundlich und gesprächsbereit. Die Diskrepanz zwischen dem Attribut „chinesisches Fernsehen“ und unserem äußeren Erscheinungsbild trägt dazu bei, das Eis zu brechen. Die Leute äußern sich auf unsere Frage: „Warum ist die Integration so eine große Herausforderung?“ wohl überlegt und unaufgeregt. Guys erhobener Daumen nach dem vierten Interview signalisert, dass er zufrieden ist. Ich soll ihn noch öfter zu sehen bekommen 🙂

Guys erhobener Daumen signalisiert Zufriedenheit.

Seine nächste Frage: Wo verbringen die Leute hier ihre Freizeit, und gibt es womöglich so etwas wie einen „Pub“, stellt mich allerdings vor Schwierigkeiten. Im Sommer hätte man womöglich eine der Gartenkneipen aufsuchen können, von denen es ja in der Umgebung einige gibt. Doch an einem trüben, kalten Spätherbsttag? Immerhin fällt mir das Kirchgemeindehaus am Vorstau ein. Dort treffen wir tatsächlich einige Teenager im offenen Jugendtreff sowie Sozialarbeiter Ulrich Gast an. Er gibt bereitwillig Auskunft über seine Arbeit, kann aber leider keine Drehgenehmigung erteilen. Dazu hätte der Pfarrer als Hausherr anwesend sein müssen, der aber außerhalb zu tun hat und nicht zu erreichen ist. Er gibt uns jedoch den Tipp, beim früheren Jugendclub „Max Planck“ vorbeizuschauen. Dort habe sich ein Verein angesiedelt, der sich um Sozialarbeit vor allem für Erwachsene kümmere.

Beim Frei-e-Zeit aktiv e.V.

Dieser Tipp erwies sich als Volltreffer. Zwar nicht im Gebäude des früheren Jugendclubs, aber im bauartähnlichen Nachbargebäude treffen wir Frau Hannelore Jokuff, die Vorsitzende des Frei-e-Zeit aktiv e.V., der hier sein Domizil hat. Frau Jokuff bittet uns, die wir überraschend und unangemeldet vor der Tür stehen, ohne zu zögern herein und hat auch keine Schwierigkeit damit, vor der Kamera über die Arbeit des Vereins und die sozialen Probleme im

Hier bündeln sich die sozialen Probleme des Wohngebietes wie in einem Brennglas.

Wohngebiet zu sprechen, die sich in ihrer Klientel wie in einem Brennglas bündeln. Dabei kommt auch die Schließung des früheren Jugendclubs „Max Planck“ zur Sprache, dessen Leiterin Hannelore Jokuff gewesen war. Heute trifft sich die Jugend im Sommer – bestenfalls – auf der Skaterbahn oder – schlimmstenfalls – an der Tankstelle. Der Verein will ab 2017 sein bisher auf Erwachsene ausgerichtetes Angebot auch auf die jüngere Generation ausweiten. Das erste längere Interview ist im Kasten. Guys Daumen geht wieder in die Höhe.

Interview mit Oberbürgermeister Alexander Ahrens

Am Abend ist es dann Zeit für das erste „geplante“ Interview. Im Rathaus treffen wir Alexander Ahrens, den Oberbürgermeister der Stadt Bautzen. Auf der kurzen Fahrt von Gesundbrunnen ins Zentrum will Guy noch jede Menge Hintergrundinformationen von mir: Was für ein „Typ“ ist der OB, welche politischen Kräfte haben ihn ins Rathaus gebracht, wie hat er sich bisher zur Asylproblematik geäußert? Ich erzählte ihm von Ahrens‘ Auftritt bei Anne Will, der auf viel Zustimmung, aber auch auf Kritik gestoßen ist. So wie sich halt die Stimmung in der Stadt generell darstellt. Dass der Bautzener OB studierter Sinologe ist und man sich mit ihm sicher auch auf chinesisch unterhalten könnte, stößt auf ein gedehntes „Wow!“ Das Gespräch findet dann aber doch auf englisch statt.

v.l.n.r.: Hans Schauerte, Guy Henderson, Alexander Ahrens. Foto: André Wucht
v.l.n.r.: Hans Schauerte, Guy Henderson, Alexander Ahrens. Foto: André Wucht

 

 

Vorgespräch mit Ahmad Afa

Nach dem Termin beim OB besuchen wir noch Ahmad Afa, den (mittlerweile anerkannten) Asylbewerber, zu dem uns „Bautzen bleibt bunt“ den Kontakt vermittelt hat. Aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit wollen Guy und Hans jedoch nicht mehr filmen, sondern ein Kennenlerngespräch führen und einen Termin für den Dreh ausmachen. Ahmad, seine Frau Zhour und die Kinder Enaam (12), Salwan (9), Ayad (5) sowie Jaad (zehn Tage) empfangen uns mit ausgesuchter Herzlichkeit. Salwan und Enaam singen spontan Lieder, die sie in Deutschland gelernt haben. Jetzt müssen wir nur noch auf schönes Wetter für den geplanten Außendreh hoffen.

Gemütlicher Tagesausklang

Am späteren Abend verabreden wir uns noch auf einen gemütlichen Tagesausklang im O‘ Conners, wo sich Guy wie zu Hause fühlt. Als es auf 23.00 Uhr zugeht, wird er allerdings zunehmend unruhig. Erst als ich ihm erkläre, dass das Pub erst schließt, wenn der letzte Gast seinen Hut genommen hat, entspannt er sich wieder. Natürlich reden wir auch über das Programm für den kommenden Tag, und ich bekomme die Aufgabe, am nächsten Vormittag noch kurzfristig zwei Termine zu organisieren: Mit Peter Rausch vom zum Asylbewerberheim umfunktionierten Spreehotel, und mit einem Vertreter der „rechten Szene.“ Außerdem erzähle ich Guy und Hans von den Sorben – sie haben zuvor im „Wjelbik“ gespeist. Gegen Mitternacht verlassen wir das O’Conners mit einem guten Gefühl.

2. Tag: Freitag, der 16. Dezember

Am Freitagvormittag ist zunächst telefonieren angesagt. Über Nacht hat sich doch eine gewisse Bangigkeit eingeschlichen: Wird das so kurzfristig klappen mit den Terminen? Hinsichtlich von Peter Rausch sind die Bedenken unbegründet: Ich bekomme ihn sofort an den Apparat und er sagt zu, drei Stunden später für ein Interview zur Verfügung zu stehen. Ich muss auch nicht viel erklären, man merkt sofort: Der Mann hat Erfahrung mit Medien.

Als Vertreter des rechten Spektrums richte ich das Augenmerk auf den erst unlängst neu gewählten Vorsitzenden des NPD-Kreisverbandes, Marco Wruck. Er hat erst ein paar Tage zuvor durch ein Gespräch mit Landrat Michael Harig im Blickpunkt der Medien gestanden (ohne dabei allerdings direkt zitiert zu werden) und gilt nicht als öffentlichkeitsscheu. Mit ihm nehme ich über Facebook Kontakt auf. Zwei Stunden später ruft er mich an und sagt zu, sich am Sonnabend auf dem Fleischmarkt mit uns treffen zu wollen. Gegen Mittag treffe ich Guy und Hans im Hotel, ohne große Vorrede geht es nach Burk zum Spreehotel.

Interview mit Peter Rausch, Betreiber der Asylbewerberunterkunft „Spreehotel“

Guy nutzt die zehnminütige Fahrt wieder, um möglichst viele Vorabinformationen zu erhalten. Wie kam es dazu, dass ein Hotel zur Asylunterkunft umfunktioniert wurde? Ich antworte so gut ich kann, wohl wissend, dass freilich Herr Rausch besser Auskunft geben kann.

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Das Spreehotel – dieses Foto entstand im Oktober im Rahmen eines Pressetermins zur Vorstellung der sächsischen Wachpolizei.

Das Interview mit Peter Rausch findet wieder auf englisch statt. Er gibt nicht nur detailliert Auskunft über seine Beweggründe und den Alltag in der Unterkunft, sondern führt Guy und Hans auch durch das gesamte Objekt – außer in den Unterkunftsbereich, weil er die Privatsphäre der Bewohner respektieren möchte.

Es ist Mittag, die älteren Kinder kommen gerade vom Schulbesuch zurück.

Doch auch in der Küche, im Aufenthaltsraum, in der Kleiderkammer und im Spielzimmer bekommen wir einiges mit von dem Trubel, der hier herrscht und den Alltag bestimmt. Es ist Mittag, die älteren Kinder kommen gerade vom Schulbesuch zurück. In der Küche backen Bewohner Fladenbrot und braten Kartoffelpuffer, stolz reichen sie die Beweise ihrer Kochkunst zur Begutachtung herum. Am Ende muss ich ein wenig zur Eile drängen, denn es wartet der nächste Termin. Guy reckt zwei Daumen in die Höhe.

Interview mit Jörg Drews

Zur Einstimmung auf das Gespräch mit Jörg Drews von der Initiative „Wir sind Deutschland“, die sich nicht nur mit der Asylpolitik, sondern mit der Gesamtpolitik der Bundesregierung kritisch auseinandersetzt, kann ich Guy nicht viel mehr erzählen, als ich in der eingangs erwähnten Publikation gelesen habe. Und natürlich auch, dass Herr Drews einen der größten Betriebe in Bautzen leitet und eher selten öffentlich in Erscheinung tritt. Tatsächlich soll sich am Ende des Gespräches herausstellen, dass dies sein erstes Fernsehinterview überhaupt ist. „Wir hatten schon Anfragen, beispielsweise von Spiegel TV, auf unseren Veranstaltungen drehen zu dürfen, doch wir haben sie abgelehnt. Wir trauen den deutschen Mainstreammedien nicht.“

„Wir hatten schon Anfragen, doch wir haben sie abgelehnt.“

Uns empfängt er in den Räumen seines Unternehmens, der Hentschke Bau GmbH. Jörg Drews möchte das Gespräch auf Deutsch führen, da das Thema für ihn sehr emotional sei und er deshalb lieber in seiner Muttersprache antwortet. So muss ich die Rolle des Dolmetschers übernehmen, was ursprünglich auch nicht unbedingt abzusehen gewesen war. Diese halbe Stunde zählt zu den anstrengendsten in 20 Jahren journalistischer Arbeit. Guys emporgereckter Daumen entschädigt dafür. Noch mehr, was er eine halbe Stunde später im Café Fehrmann an der Neusalzaer Straße zu mir sagt, wo wir den Tag Revue passieren lassen: „The job that you do is worth much more than the rate we agreed. You should get more.“ Da sage ich natürlich nicht nein. Zu Fuß gehe ich von hier nach Hause, ich brauche nach diesem intensiven Tag noch etwas frische Luft.

3. Tag: Sonnabend, der 17. Dezember

Dreh am Stausee mit Ahmad Afa und seiner Familie

Der Sonnabend beginnt, wie schon der Freitag geendet hatte: Mit strahlendem Sonnenschein. Beste Bedingungen für den geplanten Außendreh mit Ahmad Afa, seiner Frau und den vier Kindern, auch wenn es frostig-kalt ist. Und welche Location könnte besser geeignet sein als der Bautzener Stausee? Zu neunt brechen wir zu der kurzen Fahrt nach Burk auf, wo wir unsere Autos vor dem Schlagbaum abstellen und das restliche Stück zu Fuß zurücklegen. Ahmads älteste Tochter Enaam (12) kennt sich schon aus, war sie doch bereits mit der Schulklasse hier. Doch auch Salwan (9) und Ayad (5) wissen, dass sich hinter der Kurve ein schöner Spielplatz befindet, für sie gibt es kein Halten mehr. Ahmad und seine Frau Zhour nehmen auf einer der Bänke Platz, den sorgsam und warm eingehüllten kleinen Jaad im Arm. Während dieses Drehs und danach kann ich endlich machen, wofür mir bis dahin die Gelegenheit fehlte – ein paar Fotos für meine eigene Website schießen (bzw. schießen lassen):

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Foto: Enaam Afa

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Auf dem Rückweg zu den Autos legt mir Ahmad ans Herz: In dem Beitrag müsse unbedingt deutlich werden, wie dankbar er und seine Familie sind, in Ruhe und Frieden hier in Deutschland leben zu können. Er selbst kam mit dem Boot über Libyen nach Europa, seine Familie durfte später nachreisen. Ich gebe diese Bitte an Guy weiter.

Interview mit Marco Wruck

Jetzt steht noch ein Programmpunkt aus: Das Interview mit Marco Wruck. Er erscheint pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt auf dem Fleischmarkt, wo Hans bereits seine Kameraausrüstung aufgebaut hat, was uns leicht erkennbar macht. Die Reaktionen der zahlreich vorbeiströmenden Passanten sind freundlich-humorvoll, niemand pöbelt uns an oder beschimpft uns als „Lügenpresse.“

Niemand beschimpft uns als Lügenpresse

Hans vereinbart mit Herrn Wruck ein Interview „in Motion“ – während des Drehs umrunden wir das Karree zwischen Fleischmarkt, Schloßstraße, Hohengasse und Heringstraße. Da sich Hans permanent im Rückwärtsgang befindet, muss ich ihm gegenüber den ab und an auftauchenden Autos den Rücken freihalten und gleichzeitig noch übersetzen. Als Guy fertig ist, fragt er mich, ob ich noch zusätzliche Fragen habe. Ich nutze die Gelegenheit und frage Marco Wruck nach seinem  Treffen mit dem Landrat und nach seinen Aktivitäten in den sozialen Netzwerken. Schließlich ist auch dieses Interview im Kasten, und wir stärken uns im Enjoy, bevor Guy und Hans auf dem Wenzelsmarkt zum Abschluss noch die Startsequenz für ihren Film drehen. Der Markt ist bestens gefüllt, Unmengen an fröhlichen, gut gelaunten Menschen strömen an uns vorbei. Ein idealer Abschluss – der im fertigen Film den Beginn bildet – für drei äußerst interessante und erlebnisreiche Tage, die mir eine ganz neue Facette meines Berufes näher gebracht haben. Und das Fazit? Es hat Spaß gemacht!

Und das Fazit? Es hat Spaß gemacht!